Arc’teryx Academy in Chamonix 2015

Die Anmeldung zur Arc’teryx Academy erfolgte in erster Linie, weil ich mich so sehr darüber gefreut habe, dass Chamonix jetzt nur noch drei Autostunden entfernt liegt. Darüber hinaus kann ein gewisses Interesse an den Kursen nicht geleugnet werden, die zu unschlagbarem Preis beste Ausbilder bieten (Athleten der Marke, British Mountain Guide, Bergführer aus Chamonix). Dass sich die Kurse dann preislich um die 50€ bewegen, ist erstaunlich.

Der Antrieb der kanadischen Ausrüster erscheint dabei völlig authentisch. Gemeinsame Berg-Erlebnis gepaart mit Ausbildung und erhöhter Sicherheit. Die Teilnehmer kommen von überall her, mit mir nahmen Bergsteiger aus Luxemburg, Japan, Norwegen, Finnland und Deutschland an den Kursen teil. Weil für den 17. März zwar der Anmeldebeginn kommuniziert war, nicht aber die Uhrzeit, hatte ich an besagtem Tag nach einem Meeting ohne Internetzugang nur noch die Chance, die Dry-Tooling „Clinic“ zu buchen. Gut, das wollte ich ohnehin einmal ausprobieren, und da Sportkletterer wenig begeistert reagieren, wenn man an ihren Felsen mit Eisgeräten zu Werke geht, würde sich vielleicht ein geeigneter Fels in Chamonix finden. Soweit mein Gedanke.

Im Mai ergab sich dann noch die Möglichkeit, weitere Kurse zu buchen. Ich wählte den Kurs zur improvisierten Rettung beim Klettern, nach meiner Bergwacht-Vergangenheit immer noch ein spannendes Feld. Interessanterweise inhaltlich eine Überschneidung mit der Ausbildung eine Woche zuvor.

Miles, der britische Bergführer, der den Kurs leitete, konnte die Inhalte großartig vermitteln. Dennoch brauchte ich die erste halbe Stunde, um über einen erneuten Kulturschock hinwegzukommen. Die gleichen Themen wurden abermals völlig anders vermittelt. Die schweizerische HMS-sonst-nichts-Mentalität wurde durch Reverso-Sicherung ersetzt. Gleichwohl gab es an dem Tag eine „Druckbetankung“ mit Wissen, vom Verlassen der Sicherungskette bis hin zum gemeinsamen Abseilen mit einem „Verletzten“ (auch über einen Zwischenstand hinweg).

Für mich ein sehr gelungener Tag, der mit dem „Academy Dinner“ abgerundet wurde. Hier hatte ich die Freude, einen Mitarbeiter von Arc’teryx und seine Frau kennenzulernen. Abermals wurde deutlich, was die DNA der Marke bildet – die Menschen um sie herum. Die Authentizität nahm zu.

Der zweite Tag war für mich mit besagtem Dry-Tooling gefüllt, was an sehr cooler Location stattfand (Le Fayet, hinter der Therme). Den Kurs leiteten die beiden Bergführer Jon Bracey und Patrick Pessi unterstützt durch Arc’teryx Athlet Matthias Scherer. Alle drei kannte ich schon aus Kandersteg vor einigen Jahren, Jon freute sich ziemlich über die Tatsache, dass ich nach dem Einsteigerkurs mit den dreien mittlerweile eigenständig Wasserfälle klettern kann. Die Anreise konnte ich mit Matthias über Klamotten plaudern, immer ein spannendes Thema und man darf gespannt sein, was an neuen Produkten aus Kanada kommen wird!

Nach einem Aufwärmprogramm grundlegende Techniken vermittelt. Dann durften die Kursteilnehmer bereits an den Routen austoben, wie es sich an den Eisgeräten hängt. Ich probierte mich direkt an einer Route, völlig auf die visuelle Erkundung verzichtend. Ein kapitaler Fehler in dem leicht überhängenden Gelände, mir gelang es nicht im Ansatz, Halt zu finden. Stattdessen kratzte ich mit dem Gerät am Fels, was mir sofort Leid tat, als mir Sand und Steinchen ins Auge flogen. Aller Anfang ist schwer, es gelang nach drei Versuchen dann doch noch. Selten habe ich mir über eine Top-Rope Leisung derart gefreut.

Meine neuen Eisgeräten, Petzl Ergo, entpuppten sich als gute Investition, die Haue macht einen sehr soliden Eindruck und die Griffe lassen sich perfekt in die Hand nehmen. Man kann sich hier wirklich verlassen.

Nach dem Kurstag ging es zurück zur Talstation der Aiguille du Midi, wo das ganze Wochenende über die Expo der Academy aufgebaut war. Gear-Junkies kamen voll auf ihre Kosten.

Krönender Abschluss des Wochenendes war dann der Kaffee mit Will Gadd, Matthias Scherer und Jon Bracey. Was will man mehr.

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