Schweizer Kulturschock

Die Überraschung war, dass es überhaupt eine Überraschung gab. In den letzten drei Jahren habe ich einen grossen Teil meiner Zeit in der Schweiz gearbeitet. Zwei, drei oder vier Tage der Woche war ich erst in Zürich, später in Basel tätig.

Als dann das Angebot zum Wechsel kam, die Möglichkeit, tatsächlich hier zu leben und nicht mehr nur zu arbeiten, nahm ich an. Das Angebot ebenso wie den Gedanken, dass sich ja eigentlich nichts ändern würde. Und wenn, dann zum Guten. Nach drei Monaten kann ich erstmalig resümieren. Sechs Monate habe ich mir gesetzt, bevor ich wirklich ein Fazit ziehe.

Nicht die Arbeit überraschte. Auch nicht die Kollegen, Inhalte oder neue Normen im Büro. Vielmehr stand ich mit Erstaunen vor der Bergwelt. Obwohl ich aus dem Urlaub sowohl Grindelwald als auch Zermatt kenne und dachte, ich sei mit den Dimensionen vertraut, war es dann die Zentralschweiz, die mich verwunderte.

Es ist schlussendlich eine Frage der Perspektive. Von München aus gesehen beginnen die Berge etwa am Schliersee. Die bayerischen Voralpen bleiben hinsichtlich Gipfelhöhen im Bereich von 2000m, hingegen sind es in der Schweiz 900m mehr.

Und das macht sich logischerweise bemerkbar. Die Berge ragen nicht bei gleicher Grundfläche einfach höher hinauf. Massive haben völlig andere Grössenordnungen. Mehr Höhenmeter, längere Distanzen, nicht länger ein Problem. Im Gegenteil, 1600hm Differenz kann man von meiner Wohnung im Süden von Zürich in 40 Autominuten erreichen und dementsprechend Mittags zurück sein.

Darüber hinaus musste ich rasch feststellen, dass meine Fähigkeit, AD bis AD+ Touren hier bei weitem nichts Besonderes darstellte. Im Gegenteil, für die Anwendung des deutschen Ausbildungsstandes erntete ich mitunter Häme. Es wurde spürbar, dass man seine eigene Art hat, Dinge zu machen.

Hielt ich die Bayern schon für stur in ihrer „Mia san Mia“ Mentalität, es sollte nicht unbedingt besser werden.

Schlussendlich werde ich es damit halten wie auch in der Vergangenheit schon: Überzeugen durch Tun, im Vertrauen darauf, dass es wieder klappt.

 

 

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