warten auf die Disruption

In vielen Bereichen unseres Lebens halten immer neue technische Spielereien Einzug. Das quantifizierte Selbst unter Zuhilfenahme von Armband und Smartphone genauso wie Hausautomatisierung mittels Staubsaugerrobotern und intelligenter Heizungssteuerung.

Im Bergsport finden sich vergleichsweise wenig Dinge dieser Art (oder irre ich?). Man sichert nach wie vor mittels Seil und mechanischen Sicherungsgeräten. Die Versuche, LVS-Geräte deutlich einem Upgrade zu unterziehen, sind gescheitert (vgl Rückruf Vector). Zugegeben, meine Suunto Uhr hat schon einige Spielereien, aber bewegen muss ich mich noch selbst.

Durch Zufall bin ich eben bei kletterportal.ch auf eine Diskussion gestossen. Das Auskundschaften einer unbekannten Route mittels Drohne… nur Unfug oder kann hier etwas spannendes entstehen? Warum eigentlich nicht…

Sogleich grübelt der nächste über den Gepäcktransport mittels Drohne. Was käme noch in Frage?

  • bei Bergunfällen kann eine Drohne zur Aufklärung beitragen (schon pilotiert)
  • oder bei Lawinenunfällen zum Einsatz kommen (BW Berchtesgaden)
  • Hüttenwirte können nach verspäteten Gästen spähen

Hier spricht sicher für die Drohne, dass sie sich unproblematisch und schnell in schwierigem Gelände bewegen kann. Wenn ein Risiko besteht (weitere Lawinen, Steinschlag, o.ä.) kann die Lage aufgeklärt werden und die Retter müssten nicht länger als nötig in der Gefahrenzone suchen. Verletzte Personen könnten direkt angesteuert werden.

Der Transport von Material, wie im Forum angedacht, ist sicher kein uninteressantes Szenario. Die Helikopter-Flugstunde ist für Hüttenwirte mit hohen Kosten verbunden, von ökologischem Einfluss will ich hier nicht reden.

Zurück zur eigentlich Frage: Was gäbe es noch als Möglichkeiten, Bergsteigen und Klettern in eine neue Richtung zu bewegen? Fredmund Malik diskutiert die Ursachen für die Erreichung des 7. Grades (in „Wenn Grenzen keine sind“). Das Ändern in der Vorgehensweise hat dazu geführt, dass Reinhold Messner ungleich schwieriger klettern konnte, als alle anderen. Ueli Steck hat mit Trainingsmethodik und Konzentration auf das Wesentliche die Rekorde an den grossen Nordwänden der Alpen eingestellt. Kilian Jornet hat den Laufsport im alpinen Umfeld wiederentdeckt und mittels sozialer Medien zu breiter Aufmerksamkeit geführt.

Methodik und Material haben, gepaart mit einem kreativen Geist, bereits für Veränderungen gesorgt. Aber wie auch bei Messner haben Steck und Co. keine Technologie mit an den Berg gebracht, die sie rascher auf den Gipfel bringt. In dieser Angelegenheit bleibt der Berg „verschont“. Vielleicht macht genau das Bergsteigen aus… sich am Ende doch auf die eigene Kraft und Motivation verlassen zu müssen. Und hier wären technische Hilfsmittel einfach nicht der Sinn der Sache.

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