Tour – Nebelpartie. Im Nebel…

Es ist ja etwas platt, konsequent zu wiederholen „Die Tour macht ihrem Namen alle Ehre“. Ließ sich gestern aber nicht komplett vermeiden. Im Chamonix-äquivalenten Stil ging es mit der Bahn auf den Osterfelderkopf, um von dort zur Nordwand der Alpspitze zu eilen.

Axel hat einige Jahre darauf verwendet, mich anzutreiben und den Wunsch zu wecken, als erste einzusteigen. Endlich, muss er denken, sind die Bemühungen einigermaßen erfolgreich. Mit immer besserer Form und Können war ich es dann auch irgendwann leid, hinter langsamen Seilschaften eingebaut zu sein. War es mir in der Vergangenheit egal, ob ich als letzter hinterher schlappe, muss es nun nahe an der Pole Position sein. Was in diesem Fall bedeutete: 5:30 aufstehen, runter nach Garmisch, rein in die erste Bahn und dann zügig los.

Es wäre gelogen, würde man die Alpspitz Nordwand als Wand mit „alpinem Charakter“ bezeichnen. Es ist näher am Klettergarten mit weiten Hakenabständen. Leider. Aber da es nun mal so ist und man weiß, woran man ist, ergeben sich tolle Möglichkeiten für Tages- oder Halbtagestouren. In unserem Fall bei bewölktem Himmel die Route „Nebelpartie“, die eingangs erwähnten Ausspruch mehrfach von uns hörte. Angesichts der durchziehenden Wolkenfelder ergaben sich aber auch immer wieder stimmungsvolle Tiefblicke in Richtung Hochalm und Garmisch.

Die Route ist angeschrieben(!!!) und führt in mehr oder weniger kompaktem Fels logisch nach oben. Um Axel die Schlüsselseillänge (6-) klettern lassen zu können, musste er auch beginnen. Mit den Gedanken noch im Büro und bei einer anstrengenden Arbeitswoche folgte ich, brauchte aber bis zum zweiten Stand, um im Hier und Jetzt anzukommen.

Die Schlüsselstelle war im Gegensatz zur restlichen Route sehr ordentlich mit Haken bedacht, wir kamen gleichwohl ohne A0-Ausflüchte hinauf. Der Grad ist nahe an dem, was ich in der Halle vorzusteigen im Stande bin, sodass ich mich besonders freute, sauber durch gekommen zu sein.

Die Ausstiegsseillänge (5-) verbaselte ich dann quasi mit Ansage. Mir war schon mit dem Topo eher unwohl, weil eine 3er Länge weiter unten ungewohnt schwierig war. Nachdem sich dann auch kein logischer Weg und keine Haken erkennen ließen, kam Axel zum provisorischen Stand nach. Eines haben wir in diesem Jahr gelernt: Entscheide rasch. Nicht lange rumsuchen und dann doch nicht agieren, sondern lieber entscheiden und dann mit den Konsequenzen leben. In diesem Fall war es dennoch zu spät, Axel fand einen Weg, der uns aber vom einsetzenden Regen unmöglich gemacht wurde. Plattenkletterei und Wasser von oben sind zwei Dinge, die nicht gut zusammenpassen. Wir gaben nach, umgingen das Stück und stiegen oben aus, um anschliessend über die Ferrata zurück zur Bahn zu laufen.

Nicht unerwähnt sollen die 15 Hunde der Bergwacht bleiben, die unterhalb unserer Route ausgebildet wurden. Ihr Gebell war uns Musik in den Ohren… Wir sind dankbar, dass es die Hunde gibt, sich ihre Herrchen/Frauchen in ihrer Freizeit um die Ausbildung kümmern und man im Notfall gefunden wird! Beim nächsten Mal suchen wir aber möglicherweise trotzdem eine Alternative.

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Ein Gedanke zu “Tour – Nebelpartie. Im Nebel…

  1. Cool geschrieben! Auch wenn der unmittelbare ‚DAMUSSICHHIN!!“-Impuls diesmal irgendwie ausbleibt 🙂

    Viele Grüße aus dem Allgäu,

    Erika

    ulligunde.com

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