Report – Klettern am Hochmiesing: Schmankerlweiße (3+)

Vor ein paar Wochen wurden wir am Plankenstein enttäuscht, als wir die als alpin-abgesichert beschriebene Route des Direkten Ostgrats (4+), mit Petzl Bohrhaken übersaniert vorfanden. Verständlicherweise wird mitunter die Umbenennung des Berges in „Petzlstein“ gefordert. Nichtsdestotrotz starteten wir mit der Tour Schmankerlweiße (3+) am Hochmiesing, einen neuen Versuch, des Alpinkletterns in den bayrischen Voralpen. Soviel sei schon gesagt, der alpine Charakter der Absicherung bestätigte sich durchaus.

Den Zustieg, als auch den Abstieg später, verkürzten wir uns mit der Taubensteinbahn. Um den Einstieg zu erreichen galt es oberhalb der Großtiefentalalm zunächst einen Latschengürtel zu durchqueren und im Schrofen- und Geröllgelände zur Südostwand des Hochmiesing aufzusteigen. Der Einstieg war dann nicht schwer zu finden. Von einiger Entfernung konnten wir bereits die ersten beiden Bohrhaken sehen, die sich in der Einstiegsseillänge befinden.

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Ich habe zusätzlich noch 3 weitere Zwischensicherungen mit Friends gelegt. Das Ende der ersten Seillänge ist etwas brüchig und man sieht den Standhaken erst sehr spät, was mich etwas verunsicherte ob ich denn richtig bin. Die 50m Seile haben dann genau ausgereicht, nachdem sich Tim etwas länger machte. Den gebohrten Stand konnte ich noch gut mit einem kleinen Camalot hintersichern. Das war bei den nächsten beiden Ständen nicht mehr möglich. Die zweite Seillänge stieg dann Tim vor. Er hatte zunächst Schwierigkeiten den richtigen Weg zu finden, was dann doch noch gelang. Seillänge 2 und 3 laufen vom ersten Standplatz ausgesehen links. Der angegebene Schwierigkeitsgrad mit 3 kam uns etwas zu niedrig vor. Das kann aber auch daran liegen kann, das sowohl Tim als auch ich Plattenkletterei nicht gewöhnt sind und vielleicht fanden wir auch nicht immer den leichtesten Weg. Zwischensicherungen gibt er pro Seillänge einen Bohrhaken und mobile Sicherungsgeräte sind hier im plattigen und teilweise brüchigen Fels nicht immer leicht zu legen. Die 4. Seillänge war die leichteste. Entgegen der Beschreibung im Kletterführer Bayerische Voralpen war kein Standhanken vorzufinden. Nach einiger Sucherei, entschloss ich mich deshalb einen Stand am brüchigen Fels zu bauen. Dafür verwendete ich einen Keil und 2 Friends. Mithilfe einer 240cm Bandschlinge (eines meiner Lieblingskletterausrüstungsteile) stellte ich eine Ausgleichsverankerung her.

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Die eigentliche Route endet hier. Wie man von hier abseilen soll, erschloss sich uns nicht ganz. Die kleinen Latschen wirkten nicht besonders vertrauenserweckend. Abklettern scheint hier noch die beste Alternative zu sein. Wir wollten ohnehin noch eine Seillänge dranhängen und uns oben durch Latschendickicht zum Gipfel durchkämpfen. Hierfür musste mich Tim erstmal nachkommen lassen, dazu macht er einen Stand an Latschenwurzeln die oben deutlich größer waren als die am Ende der 4. Seillänge.

Nun folgte ein ca. halbstündiger Kampf durch die Latschen. Diverse Hautkratzer und Flüche später erreichten wir dann den Gipfel. Auf das Behandeln meiner Muskeln durch Latschenkieferöl werde ich wohl nun einige Weile verzichten! Eine Begegnung mit Kreuzottern blieb uns gottseidank auch erspart. Nach einer kurzen Pause machten wir uns über den Wanderweg auf den Rückweg zur Taubensteinbahn.

Abschließend sei noch auf die sehr gute Beschreibung www.sirdar.de/ hingewiesen. Das Topo aus dem Kletterführer Bayerische Voralpen war wenig zu gebrauchen und verwirrte uns mehr als es uns bei der Routenfindung half.

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