Dinge, die ich gern früher gewusst hätte

Eine weitere Gemeinschaftsproduktion von mir und Axel ist diese Liste:

Dinge, die wir gern früher gewusst hätten. Manches lernt man auf die harte Tour und das ist auch ok so. Aber im Nachgang wünscht man sich dann schon, es wäre bereits bekannt gewesen. Denn nicht selten lernt man nur unter Schmerzen.

Herunterfallende Dinge nicht zu fangen gehört dazu. Sowohl Axel als auch ich haben es bereits geschafft, fallendes Eis oder Steine zu fangen (was tierisch weh tut). Ich habe keine Ahnung warum man diesen Reflex hat, aber er sollte ersetzt werden durch: Geh dem Stein aus dem Weg. Geh sowieso allem aus dem Weg, was von oben kommt: Eis, Steine, Seile…

Auch wenn man schon unzählige Male auf Tour war, es schadet nicht, vor dem Start noch einmal das Material zu überprüfen. Eigentlich schon beim Packen. An der Stelle muten Packlisten seltsam an (weil man ja schon so oft gepackt hat, dass man es eigentlich drauf haben sollte). Aber das Finden und Verstauen von Ausrüstung ist nichts, was man wirklich gut lernt. Immer wieder kommt etwas dazwischen und man endet dann mit zu wenig Material am Berg. Genau deshalb also die Option mit den Listen.

Zu dem genannten Punkt gehört auch der folgende Hinweis: Wenn man Handschuhe doppelt (oder dreifach) hat, sollte man vor Aufbruch unbedingt prüfen, ob man „links“ und „rechts“ eingepackt hat. Erscheint simpel, ändert aber manches.

Das folgende habe ich in der Schweiz gelernt, bzw. erst im Nachhinein wirklich begriffen: Eigene Tempokontrolle ist sinnvoller als der Vergleich mit anderen. Wenn man sich unsicher ist, ob das Tempo reicht, war vermutlich die Tourenplanung nicht ausreichend, weil man aus dieser heraus wissen sollte, wann man wo sein muss (um x Uhr am Gipfel, um y Uhr zurück am Parkplatz usw.) Beim ersten Versuch am Wetterhorn begingen wir den Fehler, uns an Schweizer Bergführeraspiranten zu orientieren. Nicht wissend, dass diese per se schneller sein würden als das, was noch vertretbar wäre. Insbesondere jetzt, wo ich selbst mitunter schneller unterwegs bin, weiß ich, wie wichtig diese Lektion ist. Ich breche später auf, bin aber früher zurück. Da wäre es für mich sinnlos, mich an anderen Bergsteigern zu orientieren genauso wie es für diese nicht richtig wäre, sich an mir zu orientieren.

Das gleiche gilt für die Materialauswahl. Während ich oben noch Listen propagiert habe, weiche ich hier davon ab. Aus einfachem Grund: Es gibt kein one-size-fits-all. Wer mehr Kleidung braucht, weil er friert, der sollte die einpacken, egal, was andere tun. Bergsteigen ist mehr als andere Sportarten auch die Auseinandersetzung mit sich selbst. Man wird auf das zurückgeworfen, was für das eigene Handeln notwendig ist.

An der Stelle sei ein Exkurs gestattet: Kilian Jornet stellt vor seinen aktuellen Film den Hinweis, dass es sich um die Sicht eines Einzelnen auf das Bergsteigen handele, das nicht unbedingt nachzuahmen sei. Die Notwendigkeit, darauf hinzuweisen, finde ich bemerkenswert und besorgniserregend. Schlussendlich hätte diese ultimative Wahrheit allen Rezipienten bewusst sein müssen (zumindest denen, die selbst in die Berge gehen).

 

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