Dreamer – Therm-a-rest Antares

Der Campingplatz Mer de Glace in Chamonix kann ohne Übertreibung als einer der besten in Europa bezeichnet werden. Charmant geführt und in bestechender Lage stellt er einen perfekten Ausgangspunkt für Touren im Montblanc Gebiet dar.

Eigentlich denkt man ja, dass das Rumlungern auf Campingplätzen nach der Studienzeit ein jähes Ende nimmt, aber weit gefehlt. Es ist immer noch genau so gut wie vor drei Jahren. Besser, muss man sagen, da die Ausrüstung nun eine andere ist. Nach Aufnahme in das Dreamer Programm von Therm-a-Rest gab es einen ordentlichen Komfort-Schub. Der Antares als Schlafsack in Kombination mit der Trek&Travel Matte hat einen beinahe unglaublichen Schlafkomfort ermöglicht und nach langen Tagen am Berg die Erholung mehr als befördert.

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Gut allerdings, dass wir mit dem Auto da waren und die Kombi nicht zu weit tragen mussten. Ehrlich gesagt, die Matte wäre mir zu schwer, ich würde eine leichtere von Thermarest wählen (Neoair vermutlich). Ohne auf das Gewicht und die Größe achten zu müssen, nimmt man aber dankend, was man bekommen kann. Die Größe der Matte bringt allerdings auch mein Zelt an seine Grenzen (Haglöfs Genius). Das Innenzelt ist komplett der Länge nach ausgenutzt und die Isomatte schließt bündig. „Wenn der Schlafsack fix auf der Matte befestigt wird und die ans Innenzelt anliegt, dann wird das auch der Schlafsack“, war mein Gedanke. Dem war auch so. Somit wird der Schlafsack am Fussende feucht, da er an die Zeltbahn gedrückt wird. Für uns weniger schlimm, da es nicht geregnet hat, aber bei einem Daunenschlafsack kann das doch ärgerlich werden. Eine wasserabweisende Einfassung des Fussendes wäre lässig (mein Ajungilak Tyin hat das und ich habe es im Winter schätzen gelernt).

Das Therm-a-Rest System sieht vor, dass der Schlafsack mittels Gummibändern an der Unterseite auf der Isomatte fixiert wird. Damit kann die Daunenfüllung am Rücken gespart werden (die komprimiert ohnehin nicht besonders wärmen würde) und es entsteht ein integriertes System. Eine geniale Idee, wie ich finde. Alle Ausrüstung, die durchdacht gestaltet wird, steht bei mir besonders hoch im Kurs. Außerdem war ich schon von Beginn an froh, endlich nicht mehr von der Isomatte zu rutschen. Ärgerlich allerdings, dass der Schlafsack in der langen Version (bis 198cm) mit der recht breiten Trek&Travel Matte nur bedingt harmoniert. Die Gummibänder erscheinen mir zu klein und klemmen die Matte zusammen. Nicht zu dramatisch, wenn man ein wenig adjustiert, aber es störte zumindest den ersten Eindruck.

Der Schlafsack selbst ist hervorragend verarbeitet und ich war vom ersten Reinlegen an ziemlich gespannt, wie die Nacht würde. Die Daunenfüllung findet sich geballt oben und ein wenig an der Seite. Dadurch, dass man sich im Schlafsack dreht und nicht wie sonst mit ihm, bleibt man immer gut gewärmt. So mitten in der Saison, wenn ich schon etwas Gewicht verloren habe, gibt es im Schlafsack noch Platz. Das ist auf der einen Seite komfortabel, weil man sich nicht eingezwängt fühlt. Andererseits muss die Luft im Schlafsack natürlich auch angewärmt werden. Logischerweise braucht es hier für den gesamten Markt einen Kompromiss.

Auffällig ist außerdem, dass der Schlafsack keinen durchgehenden Reißverschluss besitzt. Dieser endet etwa auf Höhe des Knies. Das schränkt die Möglichkeit zur Belüftung deutlich ein und damit auch den Komfortbereich, wenn es etwas wärmer ist. Ich habe in Chamonix im August (wo Nächte durchaus schon kühl werden können) immer mit dem Oberkörper halb im Freien geschlafen und trotzdem nie gefroren. Gespannt bin ich, wie gut der Wärmekragen funktioniert, sobald es kälter wird. Er sieht in jedem Fall sehr gut und zuverlässig aus.

Was kann ich zusammenfassend über die Idee von Therm-a-rest und deren Umsetzung sagen? Ich bin überzeugt und hoch zufrieden. Der Antares und die Matte sind technisch komplexe Ausrüstungsgegenstände, die sehr gut umgesetzt wurden. Die Punkte, an denen ich noch Potential gefunden habe, sind mir in erster Linie aufgefallen, weil ich bewusst danach gesucht habe. Wäre das nicht so gewesen, dann hätte ich den Nachtschlaf einfach genossen und mich noch besser erholt. Denn das ist es, was das System erlaubt: Eine hervorragende Erholung.

Als wir zum Montblanc aufgebrochen sind war mein erster Gedanke dann auch: Heute nachmittag lege ich mich zu einem Nickerchen vors Zelt in den Schlafsack. Ich denke, so soll es sein.

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