Review – Haglöfs Lizard Top

Mit Peter Schlickenrieder auf Tour zu gehen ist als solches schon ein Unterfangen. Auf einer solchen Tour auch noch mit neuem Material zu erscheinen und das testen zu wollen, das kann richtig schief gehen. Wenn es nicht passt, endet man schnell mit miesem Material irgendwo im nirgendwo. Zugegeben, Haglöfs Produkte haben bei mir einen enormen Vertrauensvorschuss. Seit 12 Jahren habe ich eine Windstopper Jacke, die immer noch perfekte Dienste leistet. Seit etwa 7 Jahren bin ich von meiner Windstopper-Weste aus der Intense Serie begeistert. Seit etwas mehr als einem Jahr begleitet mich die Atom Bib II souverän.

Bedenken hatte ich dennoch einige im Hinterkopf, kann aber nun sagen: Es ist nicht schlecht ausgegangen. Ganz und gar nicht. Das Lizard Top konnte durchweg begeistern. So sehr gar, dass ich es an dem einen Tag, als ich es nicht hatte, bereits schmerzlich vermisst habe.

An den drei Tagen, die ich mit dem Team von mountix.com in Südtirol auf Tour war, habe ich das Lizard Top an einem Tag auf der Hütte gelassen. Ich dachte, bei Schneefall würde ich nur eine Hardshell-Jacke brauchen. Weit gefehlt. Den ganzen Tag über habe musste ich denken, dass die Jacke jetzt optimal wäre. Ein Fehler, der mir nicht noch einmal passiert. 

Im Grunde muss Kleidung am Berg nach dem Prinzip „Anziehen und vergessen“ funktionieren. Immer dann, wenn man grübelt, etwas aus- oder anzuziehen, ist es schon ein Problem. Skitouren sind meiner Meinung nach eine besonders anspruchsvolle Situation für Kleidung. Im Aufstieg beginnt man schnell zu schwitzen. Immer wieder aber wird es windig und dann schnell sehr kalt. Bei der Abfahrt kann es richtig kalt werden, aber je weiter nach unten man im Frühling gelangt, umso wärmer wird es wieder. Die Sonne brennt, dann steht man wieder im Nebel. Kurzum: Das Lizard Top hat die Wechsel und Bedingungen perfekt gemeistert. Das Flexable Gewebe ist in Kombination mit einem Powerstretch Top in der Lage gewesen, stets das richtige Klima zu bewahren. Nie zu warm oder zu kalt. 

Bei einem Gewicht von nur 355 Gramm wird schnell deutlich, dass bei dem Top auf eine klare Linie Wert gelegt worden ist. Gleichzeitig hält aber die DWR-Behandlung trocken, was jedoch nur für leichtere Niederschläge gilt. An- und Ausziehen (wie immer bei einer Jacke ohne durchgängigen Reißverschluss) ist so eine Sache. Haglöfs löst das aber sehr intelligent durch eine Schlaufe im Nacken, die man gut erreichen kann und so lässt sich die Jacke einwandfrei über den Kopf ziehen. Dabei fallen aber die Bündchen an den Ärmeln auf. Diese sind vorgeformt, liegen während des Tragens perfekt, aber beim Ausziehen fast ein wenig zu gut an. Somit stülpt sich bei mir der Ärmel durch. Insbesondere an dem Arm, an dem ich meine Uhr trage. Wie oben geschildert, muss man die Jacke selten ausziehen, auch wenn die Bedingungen wechseln. Mir erscheint es deshalb nachrangig, denn schließlich profitiert man während des Tragens von perfektem Ärmelsitz.

 Zufallspitze

Skitouren waren nur ein Verwendungszeck, für den das Lizard Top vorgesehen war. Ich wollte unbedingt eine leichte Jacke für Bergläufe haben. Das kennt man ja, eigentlich ein sonniger Tag, aber sobald man einen Grat erreicht wird man vom Wind schnell ausgekühlt. Der Test passierte dann aber nicht am Berg, sondern vielmehr beim Schliersee Lauf & Walk. Einem von Peter initiiertem Lauf in seiner Heimat am Schliersee. Meine Teilnahme passierte relativ kurzentschlossen, aber bei der Wetterprognose (Regenschauer) wollte ich einmal sehen, wie gut Haglöfs mit den Bedingungen jenseits des eigentlichen Einsatzzweckes zu Recht kommt. 

IMG_7905 (Medium)

Schlussendlich kann man sagen, dass die Lizard zu schwer für einen Wettkampf ist. Haglöfs hat da noch Alternativen im Angebot. Bei einem kurzen Schauer spielt die Jacke die Vorteile der Durable Water Repellent- Behandlung aus und behauptet sich als wasserabweisend. Bei längerem Regen ist dann aber Ende. Hier fällt wiederum auf, dass die Jacke relativ lange braucht, um zu trocknen.

Das Experiment habe ich noch einmal wiederholt. Die Herzogstand-Heimgarten Überquerung wollte ich schon länger einmal laufen. Wiederum war von Regenschauern im Wetterbericht die Rede. Das Lizard Top war am Gratverlauf zum Heimgarten genau die richtige Wahl. Es war recht windig und begann schon zu nieseln. Als der Regen dann stärker wurde, war es vorbei mit dem vollen Komfort und ich hätte zur Regenjacke greifen sollen.

 Herzogstand

Alles in allem soll der Aspekt Regen die Bewertung nicht ins Negative schwenken lassen. Das Lizard Top hat sich sowohl bei Winter als auch bei Sommer-Bedingungen bestens bewährt. Jenseits der eigentlichen Verwendungszwecke wird man nicht sofort verlassen, sondern kann auf die wasserabweisenden Eigenschaften bauen.

Ich freue mich auf die Hochtouren-Saison, war das Top doch in erster Linie dafür angedacht. Dass jetzt schon bei Skitouren und Trailrunning hervorragende Leistungen abgeliefert wurden, überzeugt umso mehr.

Intervall Training im Ostpark München from Tim Grotjahn on Vimeo.

 

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5 Gedanken zu “Review – Haglöfs Lizard Top

    1. was mir beim Klettern gut gefallen hat, war das recht flexible Gewebe, das einem Aufscheuern „aus dem Weg“ geht. Damit hält das Teil mehr Felskontakt aus als man denkt.

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