Testbericht Berghaus Mount Asgard Smock

Der Besitz des Smocks verstößt im Grunde gegen mein Prinzip, kein Bekleidungsstück erneut zu kaufen, bevor das alte nicht das Zeitliche gesegnet hat.

Mein North Face Hardshell ist knapp zehn Jahre alt, noch aus dem guten Gore Tex XCR gefertigt, unglaublich schwer und nur mit regelmäßiger Pflege noch wasserdicht zu halten. Hier mal ein Foto aus dem Jahr 2004, bei einer winterlichen Bachbett-Wanderung.

Bachbettwanderung

Kurzum: Die Jacke hat schon viel gesehen. Gleichzeitig war ich nicht bereit, sie für knapp 500 Euro durch eine andere zu ersetzen. Weshalb ich nun aber dennoch einen Testbericht über eine Berghaus Jacke schreiben kann, kam aus unterschiedlichen Gründen zu Stande. Zum Einen habe ich den Film von, mit, über Leo Houlding gern gesehen:

Sicher, solch ein Film ist nicht allein ausschlaggebend für den Kauf einer Jacke. Aber es hilft…

Viel entscheidender war die Tatsache, dass die erste Generation der Jacke bei bergfreunde.de für nur 180,- ins Angebot kam. Eine Pro Shell Jacke zu dem Preis musste ich einfach ausprobieren.

Getestet habe ich die Jacke jetzt auf unterschiedlichen Touren, um einmal herauszufinden, wo die Grenzen liegen. Die Atmungsaktivität habe ich bei einer Skitour unter die Lupe genommen; Wasserdichtigkeit muss man meiner Meinung nach bei Gore Text Pro Shell nicht in den ersten Wochen prüfen, das betrachten wir dann einmal in zwei Jahren. Frischen Wind und Schneefall gabs auch schon, sodass ich auch ein paar Worte zu den Sturm-Eigenschaften verlieren kann.

Skitour

Auf Skitour: Skitouren haben es an sich, bergauf sehr intensiv zu sein, man schwitzt viel und friert später entsprechend. Ich habe die „Mount Asgard“ ohne weitere Isolation getragen (und wirklich nur zum Test, normalerweise trage ich eher eine Windstopper Weste und einen dünnen Fleece).  Mit Funktions-Shirt mittlerer Dicke war die Temperatur im Aufstieg genau richtig. Am Gipfel jedoch wurde es (logischerweise) nach einigen Minuten des Wartens recht kühl. Und durch die Tatsache, dass der Reißverschluss nicht komplett durchgängig ist, muss man sich ziemlich genau überlegen, wann man welche Lage braucht.

Bei 186cm trage ich Größe L, das An- und Ausziehen klappt mittlerweile, ist aber immer noch kein Hochgenuss. Sollte man bei Sturm merken, dass man gerne noch einen Fleece anziehen würde (unter der Jacke), kann das schnell zu einem Problem werden. Natürlich fängt die Jacke beim Ausziehen Wind. Ich feile noch an der richtigen Technik, solche Manöver schnellstmöglich zu absolvieren. Wie oben geschrieben, bin ich ohnehin kein Freund von Hardshells bei Skitouren und werde vermutlich in Zukunft wieder auf Altbewährtes zurückgreifen (als Windjacke nehme ich dann eher wieder meine alte Haglöf LIM mit durchgängigem Reißverschluss).

Beim Versuch, Eisklettern zu gehen: Interessant wird die Jacke da, wo das Wetter mies wird und man durchweg warme Kleidung benötigt. Wir hatten vor, am Hintertuxer Gletscher zu klettern und haben schnell eingesehen, dass das Unterfangen nahe der Sinnlosigkeit liegt. Der Wind war schneidend kalt und es schneite ergiebig. Nicht nur die Lawinenlage machte uns einen Strich durch die Rechnung, es hatte schlicht keiner von uns Lust, bei der Kälte zu sichern und eine komplette Seillänge untätig herumzustehen. Wir rutschten also die Piste runter, um zumindest noch den Test voranzutreiben. Kurzum: Die Jacke leistete hervorragende Arbeit. In Kombination mit einem dickeren Fleece und der NWAlpine Powerstretch Salopette wurde es nicht zu kalt. Was am meisten fasziniert, ist die Möglichkeit, sich komplett vor dem Sturm zu verschanzen. Es war eher die Sorge um die Kamera als die Kälte, die dazu geführt hat, die Aufnahmen im Studio zu machen:

Bei Kälte

Kälte

Bei Wind

Wind

Bei Wind und Schneefall

Sturm

Der Helm (Petzl Meteor) passt hervorragend unter die Kapuze, die sich dann wiederum mit zwei Kordelzügen schließen lässt. Ebenso sorgt ein dünner, flexibler Draht in der Kapuze dafür, dass man sie beliebig einstellen kann. Für mich eher ein nettes Feature als dringend benötigt.

Beim zweiten Versuch, Eisklettern zu gehen: Wirklich Glück haben wir nicht mit dem Eis in diesem Winter. Diesmal lag viel Schnee, das Eis wiederum war schlecht aufgebaut und der darunter liegende Fels schnell freigelegt. Immerhin ergab sich die Möglichkeit, die Jacke einmal mit Gurt und einigen, wenigen Kletterbewegungen zu testen. Meine Sorge war, dass der vergleichsweise kurze Schnitt dazu führen könnte, dass die Jacke unter dem Klettergurt nach oben rutscht. Glücklicherweise erwies sich diese Sorge als unbegründet (Klettergurt Petzl Corax). Von meiner Seite hat die Jacke alles Tests hervorragend gemeistert. Ich bin gespannt, ob die Nordwand-Saison erfolgreicher verläuft. Aber im Hinblick auf die Kleidungswahl sind für mich erstmal alle Fragen beantwortet.

Sonstiges

Gewogen ist die Jacke im Bereich einer Banane unterwegs. Knapp darüber, aber ich kann beispielsweise allein durch Fühlen keinen Unterschied zwischen meiner Haglöfs LIM Jacke und der Berghaus feststellen (sobald ich wieder Zugriff auf die Küchenwaage meiner Mutter habe, wiege ich noch einmal nach). Sofern ich bei den kommenden Touren noch etwas bemerken sollte, gibt es – wie immer –  ergänzende Artikel dazu. Für weitere Tests klickt bitte hier: Test Overview

Asgard Banane

 

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Ein Gedanke zu “Testbericht Berghaus Mount Asgard Smock

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