Männlichkeit

In den letzten Wochen habe ich einiges zum Selbstverständnis des modernen Mannes gelesen. Und ein wenig Mad Men gesehen, wodurch ich quasi einen Rückblick auf das Bild einer völlig anderen Generation werfen konnte. Als Gelegenheitsleser der GQ bin ich mit dem Thema natürlich vertraut. Schließlich wird hier in jeder zweiten Ausgabe auf Daniel Craig Bezug genommen und dessen Auftreten zum allgemein gültigen Maßstab erhoben.

Aber eine tatsächliche Antwort wird am Ende des Tages jeder für sich selbst schaffen müssen. Und das betrifft in diesem Fall natürlich sowohl Männer als auch Frauen. Welches Bild möchte man haben und verkörpern? Ich versuche etwas zu provozieren und stelle die Behauptung auf, Männer und ihr Rollenbild hätte sich durch die Emanzipation der Frau viel stärker verändert als Frauen und ihr Rollenbild. Denn während diese, und auch das ist durchaus als Provokation zu verstehen, in das alte Verständnis zurückfallen, sobald es opportun erscheint, bleibt das Männern für immer verwehrt. Es sei denn, sie wollten sich instantan sozialer Ächtung aussetzen.

Ich will gar nicht weiter darauf eingehen, was Männer denn nun ausmacht. Vielmehr finde ich, ist es an der Zeit, zu reflektieren, welche Gewinne man realisieren kann, sobald man völlig frei von einem Rollenbild zu agieren beginnt. Und was das angeht stehe ich gerne für ein GQ-Interview zur Verfügung, sollten sie jemals anrufen. Größter Zugewinn ist meiner Meinung nach das Aufbrechen von der Assoziation „Sinn für Schönes – Schwäche“. Design-affine Männer oder modebewusste Männer werden nicht länger als besonders feminin erachtet, im Gegenteil, es scheint das Gesamtbild eher abzurunden und positiv zu unterstützen. Mit dem Aufbrechen der Abhängigkeit voneinander können sowohl Männer als auch Frauen auf eine neue und nie dagewesene Art ihr Selbst verwirklichen.

Und während der drohende Verlust der Privatssphäre im Internet sicher nicht von der Hand zu weisen ist, bietet es auch die Möglichkeit, sein digitales Ego nach Gutdünken zu gestalten. So wie ich es mit diesem Blog tue. Was dann aber wiederum auf mein reales Ich zurückgeworfen wird. In einem aktuell noch sehr interessanten Spannungsfeld.

Nun gut, im Grunde wollte ich den Gedanken, der nicht selten und auch nicht erst seit gestern thematisiert wird, hier einmal in loser Form verarbeiten. Lasst es euch einmal durch den Kopf gehen.

Advertisements

4 Gedanken zu “Männlichkeit

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s