zweiter Versuch – gescheitert

Wenn ich einen Berg schon einmal angegangen bin und gescheitert bin, dann fahre ich mit einem völlig anderen Gefühl hin. Diesmal, beim Schrankogel im Stubai, hat beim ersten Mal mein Nervenkostüm schlapp gemacht. Das war aber schon vor einigen Jahren, in der Zwischenzeit war ich ja nicht gänzlich untätig.

Aber die Mischung aus Sorge, bedingt durch das Nicht-Erreichen des Gipfels, und die Hoffnung, es diesmal zu schaffen, machen die Trips besonders. Der Aufstieg zur Hütte ist harmlos, auch die ersten Meter auf dem Weg zum Gipfel sind undramatisch. Sofern bei minus 20 Grad wirklich etwas „undramatisch“ sein kann. Man muss die ganze Zeit über Acht geben, dass die Hände nicht zu kalt werden. Und auch sonst ist Winter-Bergsteigen deutlich fordernder.

Das hat meine Ausrüstung leider nicht bis zum Äußersten mitmachen wollen. Die Steigfelle der Ski haben sich schon recht früh verabschiedet und es folgte eine recht ärgerliche Zeit. Axel bot sich an, meine Ski zu tragen, sodass ich es zunächst ohne probieren wollte. Das brachte bei der Schneehöhe keinen Vorteil und ich verlor schonmal den Großteil meiner Kräfte.

Bei der notwendigen Pause bald darauf konnte ich zwar nachtanken, aber von da an ging es nur mit Daunenjacke weiter. Wenn einem unter Volllast kalt wird, dann ist das eines der schlechtesten Zeichen.

Kurzum, hier die am Wochenende gelernten Lektionen:

  • Fingerhandschuhe plus Fäustlinge sichern warme Finger bei höchster Flexibilität.
  • Isolation, die über der Hardshell-Jacke getragen werden kann, ist unabdingbar.
  • Richtig gute Ski-Unterwäsche, die Dampf schnell abtransportiert. Wenn man beim Ski-Touren schwitzt ist das schlimmer als im Sommer, da man auf der Abfahrt viel stärker auskühlt.

Ach ja, und guter Fellkleber, aber das erklärt sich eigentlich von selbst. Axel empfiehlt den von Pomoca. Und da seine Felle gehalten haben, glaube ich das einfach mal.

Der philosophische Part kommt jetzt etwas zu kurz, das hole ich nach, wenn ich auf dem Gipfel war. Um dann sagen zu können, wie es ist, mehr als zweimal hinzufahren.

 

 

Alle Fotos von Axel.

Advertisements

3 Gedanken zu “zweiter Versuch – gescheitert

  1. Nicht entmutigen lassen! Ich finde es klasse, dass ihr euch den prallen Naturgewalten stellt und hoffe, dass ihr beim nächsten Mal mehr Glück habt. Aber: Hauptsache gesund!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s